Carola's & Olli's Sommertour 2008 über 2995 km durch Deutschland

........am Montag, den 11.08.08 sollte es nun losgehen mit unserer jährlichen Tour. Der Plan war von zuhause aus (Nähe Kiel) über den Harz nach Oberhof, über die Oberpfalz, über das Vogtland durch den Thüringer Wald und das Erzgebirge nach Dresden, weiter nach Meissen bis nach Hitzacker und von dort wieder nach Hause. Übernachtungen hatten wir nicht vorgeplant und die Strecke sollte ausschließlich über Land- und Bundesstrassen führen.

 

GS'en gepackt und los..... leider führte der Weg nur bis kurz vor Mölln, da stand ich dann mit durchgeknallter Ventildeckeldichtung und verlor ziemlich viel Öl.... so konnte es nicht weitergehen. Also rasch umgekehrt, Ventildeckeldichtung getauscht und die Nacht dann doch noch zuhause verbracht, bis es am Dienstag dann endlich losgehen konnte.

Unser Weg führte uns ca. 370 km weit in den Harz ins BH 29, einer Bikerpension in Kammschlacken an der B 498 zwischen Clausthal Zellerfeld und Osterrode.

Beim Herbergsvater Gerd und seiner Frau Barbara haben wir dann eine Nacht verbracht und sind nach einem schönen Abend und einem guten Frühstück 166 km weiter gefahren nach Oberhof in Thüringen. Wir wollten uns endlich mal das Biathlonstadion ansehen und waren überrascht, dass Oberhof neben schönen Motorradstrecken auch darüber hinaus einiges zu bieten hat. Im Hotel "Haus am Waldesrand" fanden wir eine gemütliche, bikerfreundliche Unterkunft.

 

Im Endergebnis aber ein Ort, der für Leute die "Action" suchen, wohl eher im Winter zu empfehlen ist. Das Biathlonstadion, die Bobbahn und die Naturschanzen sind aber in jedem Fall einen Besuch wert. Bis dahin war das Wetter zum biken geradezu ideal, dass sollte sich aber dann am Freitag Vormittag deutlich ändern. Zwar konnten wir nach ausgiebigem Frühstück die Motorräder noch trocken beladen, aber kaum hatten wir den Anlasser gedrückt, ging der grosse, der riesengrosse Arsch über uns auf. In Vorahnung dessen, hatten wir schon mal die Gummipellen übergezogen.

Es schüttete wie Sau und das war vor allem angesichts der geilen Strecke über den Grenzsteig sehr schade. Knapp 1000 m hoch war es so neblig, dass man kaum die Geschwindigkeit ablesen konnte, Kälte und Regen taten das Übrige. Aber irgendwann wird man eh apathisch und fährt dann eben so vor sich hin.

Der Witterung entsprechend kamen wir auch nur langsam voran und so dauerte die Fahrt bis nach Freihung in die Oberpfalz entsprechend lange. Nun waren wir also in das Gebiet der IG-Bayern vorgedrungen, zeitgerecht hatten wir das notwendige Einreisevisum und Unterkunft bei Hias beantragt. Nachdem Carola & ich uns die Gummipellen abgestreift und die Stiefel ausgeleert hatten, wurden wir von Elke und Hias sehr nett begrüsst und in die geräumige Doppelgarage eingelassen, den ersten trockenen Ort nach über 200 km. Kurz nach uns tauchte auch Voxy mit Frau, Sohn und Hund auf, am Samstag war ja Stammtisch der IG-Bayern......

Elke hatte dankenswerter Weise einen heissen Kaffee und einen leckeren Kuchen vorbereitet, von dem Hias behauptete, er hätte ihn gebacken...... hat man so was schon gehört.....eher hätte ich ihm die Zubereitung einer eigenen Reifenmischung für seine GS'en zugetraut, aber nen Kuchen.....niemals!

Als Gastgeschenk übergab ich Hias eine Original-Seiden-Suzuki-Krawatte, damit er endlich mal was vernünftiges zum anziehen hat.

Jedenfalls wurde es ein schöner Abend, an dieser Stelle dank an die Kinder, dass sie uns ihr Zimmer überlassen haben. Am Samstag, 16.08.2008 hatte sich das Wetter beruhigt und wir ließen den Tag in aller Ruhe angehen. Ein Kurzbesuch in der Tschechei füllte unsere Tanks und Zigarettenbestände, einzig Elke konnte aufgrund der etwas unbequemen Sitzhaltung aufH ias seiner 750er nicht wirklich entspannen ...... daher rührt übrigens auch ihr Spitzname "Koala".

Während Voxy's Hund am Nachmittag die Hülse der Wäschespinne ausbuddelte, kamen immer mehr der IG-Bayem Truppe bei Hias an und in der Garage und dem Hof sammelten sich immer mehr GS'en...wie immer ein schönes Bild.

Nachdem auch Ulla endlich da war, konnte die von Hias organisierte kleine Ausfahrt zur staatlich geprüften Viehwaage ......... ja, ihr habt richtig gehört.......... endlich beginnen. Normalerweise werden auf dieser Waage Kühe, Schweine und sonstiges Geviech gewogen, heute sollten es GS'en und einige Fremdgänger sein. Der Wiegemeister nahm sich dann eine GS nach der anderen vor und hier und da kam zum Teil etwas Verwunderung auf, z.B. bei Ulla, die feststellen konnte, dass Carola's originale 750er mit genau 253 kg schwerer war als ihre 1000 er.

Bekanntermaßen waren die anwesenden 850er deutlich die Schlachtschiffe unter den GS'en, meine beispielsweise brachte es auf 273 kg und wurde nur noch durch Voxy's 850 GL geschlagen, deren Windjammerverkleidung wahrscheinlich alleine schon mindestens 20 kg wiegt. Man muss sich doch wundern, dass so was noch fahrbar ist. Aber für den Notfall bat Voxy ja auch gleich einen Feuerlöscher auf einem seiner unzähligen Koffer montiert...... mit welchem Inhalt bleibt allerdings fraglich.

Dann ging es schließlich zurück nach Freihung und der gemütliche Teil des Abends konnte beginnen.

Der Wiegemeister wurde zum Grillmeister gemacht und der eigentliche "Stammtisch" der IG-Bayern konnte beginnen. Leckeres Grillfleisch, leckere Würstchen, leckeres Bier, leckerer Sambucca und leckerer Wodka........ wie das endet wissen wir alle und ich möchte mich nicht im Detail verlieren..... jedenfalls war es fünf Uhr morgens, als sich die letzten Aufrechten zur Ruhe begaben.

Der Sonntag war gekommen und es war Zeit unsere Tour fortzusetzen.

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank der IG-Bayern für die freundliche Aufnahme !! Ohne Regenzeug konnten wir die Fahrt fortsetzen und sind bei Frankenreuth über die tschechische Grenze gefahren. Über gut ausgebaute Strassen - bis auf wenige Ausnahmen- und bei herrlichem Wetter fuhren wir 120 km durch den tschechischen Teil des Erzgebirges (oder auch böhmische Schweiz), oft mussten wir uns beherrschen nicht ständig anzuhalten, um den herrlichen Ausblick zu genießen.

Noch einmal getankt, einen böhmischen Rostbraten gegessen und dann ging es bei Petrovice wieder über die Grenze in Richtung Zwota Vogtland. Hier wollten wir Zwischenstation machen und übernachten. Nichts aufregendes ausser schöner Strecken und einem schönen Biergarten.

Nach weiteren gut 150 km in Pirna an der Elbe und am Rande des Elbsandsteingebirges angekommen, standen wir nun mitten auf dem gut 400 Jahre alten Marktplatz von Pirna und begannen uns nach einer Unterkunft umzusehen. Das Hotel vor uns - ein im Fachwerkstil gehaltenes Haus -sah nicht unbedingt "bikerfreundlich" aus, wir beschlossen trotzdem nachzufragen und unser Eindruck wurde schnell bestätigt. Angesichts der "Bikerklamotten" war das Hotel natürlich ausgebucht,

abgesehen davon sowieso nicht unsere Preisklasse. In der Tourist-Info trafen wir eine sehr nette junge Frau an, die meine Forderung: "schön gelegen, preiswert und Unterstellmöglichkeit für die GS'en" zu unserer Überraschung ohne zu zögern umsetzte und uns eine erst vor 14 Tagen eröffnete Pension auf der anderen Seite der Elbe empfahl. Für 25,00 € mit Frühstück sagten wir zu und es wurde sofort telefonisch für uns gebucht. Kurz über die Elbbrücke gefahren und kurz darauf waren wir auch schon da. Die Frau in der Tourist-Info hatte uns nicht zuviel versprochen, eine echt schöne Pension direkt an der Elbe, hinter hohen Flutmauern gelegen.

Die Unterstellmöglichkeit für die GS'en war zwar noch eine Baustelle, aber zumindest überdacht und weg von der Strasse. Das Zimmer vom Feinsten, mit Terrasse und Blick direkt auf die Elbe. Carola war begeistert und ich ahnte, dass wir mehr als einen Tag bleiben würden. Den Sonntagabend verbrachten wir in Pirna, hier wurde der Solidaritätsbeitrag gut angelegt, ein wirklich schmuckes Städtchen in genialer Lage an der Elbe. Wir aßen in einem schönen Gasthof mit Biergarten bei schönstem Wetter. Am nächsten Tag sollte es nach Dresden gehen, die Motorräder wollten wir in der Pension stehen lassen und mit dem Zug nach Dresden fahren. Es gab ein Familienticket für 10 €, damit konnte man den ganzen Tag alle öffentlichen Verkehrsmittel in und um Dresden nutzen. Gesagt, getan.....am nächsten Morgen nach dem Frühstück gingen wir dann zum Bahnhof nach Pirna (15 Min zu Fuß*stöhn), setzten uns in den Zug und fuhren nach Dresden. Zunächst einmal war ich von der S-Bahn fasziniert, doppelstöckig und ultramodern (hab ich bei uns noch nicht gesehen...). Weder Carola noch ich kannten die Stadt, wir waren also recht gespannt, was uns erwarten würde. Zunächst einmal ging in ganz entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten in ein Schuhgeschäft, ich musste neue Latschen haben, meine alten hatte ich bei Hias in der Mülltonne entsorgt. Das war für mich etwas Besonderes, kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal in einem Schuhladen war, normalerweise kauft Carola meine Klamotten.

Nach diesem Kauf begann eine unglaubliche Rennerei über den ganzen Tag durch Dresden. In die Frauenkirche.....auf die Frauenkirche...der Zwinger....die Semper-Oper.....die Kreuzkirche......die Fürstenreihe.....das Schloß. ....

und schließlich die Neustadt auf der anderen Seite der Elbe. Nach jeder Menge Kultur besuchten wir hier das Künstlerviertel: Extravagant gestrichene Hauswände, Balkone aus Rattan, genial geführte Dachrinnen (Hundertwasser heisst der Typ).

 

 

 

 

Ingesamt, trotz der vielen Touristen ein Besuch, der sich wirklich gelohnt hat. Jedem, der Dresden noch nicht kennt, sollte das auf jeden Fall machen ..... man muss auch nicht so viel latschen, wie Carola & ich das getan haben, wer sich völlig zum Touri-Kiops machen will, kann auch mit der Pferdekutsche oder der Rikscha (richtig geschrieben?...egal) eine Stadtrundfahrt machen. Jedenfalls beendeten wir unseren Dresdenbesuch in der "Weißen Gasse", dem Kneipenviertel Dresdens. Sollte Unentschlossenheit herrschen, welche Kneipe man besucht...... es gibt auch einen "Kneipen­ Guide"!

Nachdem wir uns im Biergarten sitzend über einige völlig "durchgeknallte" Typen lustig gemacht hatten, traten wir gegen 21:00 Uhr den Rückweg nach Pirna an. Als wir in unserer Pension ankamen, hatte ich runde Füße. Aber der Tag hat sich gelohnt, auch ohne Mopped. Wenn ich mir den hinter uns liegenden Tag in Motorradklamotten vorstellen soll. .... NEIN DANKE, es war eine gute Entscheidung mit dem Zug zu fahren. Am Abend auf der Terrasse fiel die Entscheidung unseren Aufenthalt in Pirna noch einen Tag zu verlängern, weil wir unbedingt noch eine Tour durch den "sächsischen Nationalpark" starten wollten.

Donnerstagmorgen wurde ich dann durch ein verhaltenen Baulärm geweckt, der mich zunächst nicht weiter beunruhigte....... ich drehte mich noch mal um, aber ein mehr als ungutes Gefühl in der Magengegend ließ mich schnell wieder aufstehen. Ich trat auf die Terrasse hinaus und stellte fest, dass unter der Terrasse Handwerker damit beschäftigt waren, Spritzputz aufzutragen. Ich stand völlig verpennt in Unterhose auf der Terrasse, deshalb dauerte es auch noch einen kurzen Moment, bis ich völlig ausflippte...... ... Spritzputz, unter der Terrasse, wo standen noch gleich unsere GS'en??!!.....

In Unterhose rannte ich die Treppen runter, riß die Tür zur halbfertigen Garage auf und traf auf zwei Malocher, die mich völlig verständnislos ansahen.

Die hatten die GS'en zur Seite geschoben, aber leider nicht abgedeckt. ....... die waren von oben bis unten mit Spritzputz eingesaut...... und das mir!!!!! Wer mich kennt, kann sich ungefahr vorstellen, was da los war!

Also, bevor die Tour in die sächsische Schweiz starten konnte, mussten erstmal die GS'en geputzt werden, dass ging ja nun gar nicht.

Nachdem das geschafft war und ich mich angesichts der Tatsache, dass dieser Wahnsinn ohne Kratzer oder Beulen abging, wieder beruhigt hatte, starteten wir in Richtung sächsische Schweiz. Wer es auf der Landkarte verfolgen will: Wir fuhren über Lohmen, Hohnstein, durch das Kirnitzschtal nach Bad Schandau, von dort noch mal über die tschechische Grenze (ihr wisst schon: Tabak, Sprit) und zurück über die Festung Königstein nach Pirna. Wenn man in dieser Ecke ist, muss man unbedingt auch die Bastei bei Ratben besuchen, ein unglaublicher Blick über das Elbtal ....... absolut geile Gegend!

Auch die Fahrt durch das Kirnitzschtal ist ein unvergessliches Erlebnis, wirklich schöne Landstrasse (dort fahrt auch irgendwo so ein altersschwacher Zug mit abenteuerlicher Gleisführung mitten durch die Wallachei)...... man fahrt unter Felsüberhängen eine grandiose Strecke mitten durch den sächsischen Nationalpark. Wirklich zu empfehlen, wir waren nach ca. 280 km wirklich begeistert!! Unser Tag endete mit einem fast schon spanischen Ambiente in unserer Pension in Pirna, mit Blick auf die Elbe bei herrlichem Wetter haben wir uns Handkäse und Rotwein reingezogen und unseren letzten Abend in Pirna so richtig genossen.

Da wir nun länger als geplant in Pirna waren, musste eine Tourenänderung her und wir beschlossen, am nächsten Tag, also Donnerstagmorgen direkt in Richtung Harz durchzubrechen. Zu Beginn unserer Tour hatten wir im BH 29 mit Barbara & Gerd vereinbart, dass wir das letzte Wochenende wieder bei ihnen im Harz verbringen, um dort "Bikerweihnachten" zu feiern. Wir waren neugierig auf diese Aktion und beschlossen also, unser Versprechen einzuhalten. Donnerstag nach dem Frühstück sattelte ich die GS'en und los ging es in Richtung Harz. Wir hatten uns angesichts der gut 370 km vorgenommen, bei ca. der Hälfte noch einmal eine Übernachtung einzulegen. Carola wollte sich außerdem noch Meissen ansehen und nachdem sie mir versprochen hatte, kein sauteures Porzellan in meine Rolle zu stopfen, ging es dann auch los. Nach kurzer Zeit und schönem Wetter erreichten wir Meissen..... ein nettes Städtchen mit einer schönen Altstadt, aber letztendlich nur wieder anzufahren, wenn ich etwa doppelt so alt bin wie jetzt.

Es ging weiter in Richtung Westen über Leipzig und Halle an der Saale...... auf dieser Strecke kann man getrost die Augen schließen und vor sich hin träumen, man verpasst nichts. Allein die Durchfahrt durch Leipzig und Halle veranlasste mich zur schnellen Gashand, was mir Widerrum den einen oder anderen bösen Blick der hinter mir fahrenden Ehefrau einbrachte. Zwischen Halle und Lotherstadt Eisleben erwachte ich kurz aus meiner Lethargie, als rechts von mir ein See auftauchte, der aus welchen Gründen auch immer "süßer See" hieß. War ne ganz nette Gegend und ich beschloss, ca. 100 km vor dem Einstieg in den "Kyffhäuser" eine nette Bleibe zu suchen. Letztlich sind wir dann im "Gasthaus Zahn" in Stedten gelandet, einem Gasthaus mit guter Hausmannskost, Freibad, Hallenbad und Sauna. Zu empfehlen ist hier aber auch das, "Strandhotel" direkt am süssen See in Aseleben, leider war hier aber ausgebucht.

Wir holten unser Gepäck von den GS'en, aßen etwas in Blickrichtung auf durchaus unansehnliche Saunagäste und Carola beschloss, das Hallenbad zu besuchen. Ich verweigerte dies aus zwei Gründen: Erstens hatte ich Wichtigeres zu tun (na was wohl, .... GS'en putzen) und zweitens hatte ich mir einen nicht unerheblichen Bikergeruch zugelegt, den ich mir nicht gleich wieder kaputt machen wollte. Meine Frau verließ mich kopfschüttelnder Weise in Richtung Hallenbad und so endete auch dieser Abend voller Vorfreude auf das Erreichen vernünftiger Strecken am nächsten Tag.

Freitagmorgen brachen wir dann rechtzeitig auf, noch trocken hatten wir recht schnell den Harz erreicht und die trostlose Fahrerei hatte ein Ende...... leider aber auch das schöne Wetter. Es war Gummipelle angesagt, bis wir schließlich wieder das "BH 29" in Kammschlacken erreichten. Barbara & Gerd begrüssten uns mit einer heissen Tasse Kaffee und wir beschlossen, dass schlechte Wetter einfach zu ignorieren. In der wirklich nett eingerichteten Bikerkneipe des BH 29 verbrachten wir den Abend bei Bier und Sambucca und lernten auch nette neue Leute kennen, u.a. auch vier nette Biker- und Bikerinnen aus der Nähe von Neumünster. .... dazu später Trauriges mehr. Angesichts der anstehenden Bikerweihnacht war das BH 29 auch ganz gut gefüllt. Am Samstag schüttete es in Strömen, wir hatten aber "Matze" (der bekannteste Tourguide des Harzes) zugesagt, an einer Bikerhochzeit und einer Biker-Sammelaktion für Kinder aus armen Verhältnissen teilzunehmen. Diese Aktion begann erst am Nachmittag und so nutzen wir den Samstagvormittag um mit "Apollo", dem Hofhund des BH 29 einen ausgedehnten Regen-Wald-Spaziergang zu machen.

Nachmittags fand dann die Bikerhochzeit und Sammelaktion statt, die leider aber aufgrund des unfreundlichen Wetters nicht so gut lief, wie von Matze erwartet. Zumindest das Brautpaar schaffte es trocken aus der Kirche zu kommen und wir trösteten uns mit der bevorstehenden "Bikerweihnacht".

Kaum zurück im BH 29 hörte ich in der Kneipe sitzend das vertraute, angenehme Geräusch eines GS-Motors und damit war klar...... Thomas und Bärbel aus Karlsruhe hatten sich -wie telefonisch versprochen- durch die Regenfront gekämpft, um mit uns zusammen "Bikerweihnacht" zu feiern. Die Beiden wollten dann auch bis Donnerstag im BH 29 bleiben, auch wenn sie ab Sonntag dort völlig alleine waren...... Carola versicherte mir aber glaubhaft, dass es auch möglich sei, sich miteinander zu beschäftigen ..... und so hatte ich keine Bedenken mehr, dass es den Beiden nach unserer Abfahrt langweilig werden könnte.

Auch hoffte ich, dass Gerd vom BH 29 unsere "Büffetfräse" aus Karlsruhe verkraften konnte.........das Zelt auf dem Grundstück des BH 29 war bereits festlich geschmückt, der geschmückte Tannenbaum vor dem Zelt stand ebenfalls.

Gerd hatte zunächst damit zu tun, für die anwesenden Biker Essen satt vorzubereiten und auszugeben. Schließlich, nachdem alle Mägen gefüllt waren und ich einen Harley-Fahrer davon überzeugte hatte, dass man mit einer GS durchaus mehr als 200 km am Stück fahren kann, begann endlich die Bescherung. Der Weihnachtsmann betrat das Zelt (Ja..... ich weiß, dass es August ist), rief jeden Biker einzeln auf und übergab nett verpackte Geschenke. Davon abgesehen, dass die Schoko-Riegel im Verfallsdatum schon überschritten waren, eine nette Geste. Es gab aber auch durchaus brauchbare Geschenke, wie Winterhandschuhe, Schals, Eierbecher, usw.

Der Rest des Abends endete wie alle diese Abende enden.......

Sonntagmorgen hatten wir dann in aller Ruhe gefrühstückt, bevor wir uns gegen 11:oo Uhr von allen verabschiedeten und uns an die Heimreise und über die letzten 370 km nach Schellhorn hermachten. Immer noch verwundert, darüber was Carola meinte, verabschiedeten wir uns auch von Bärbel & Thomas.

Bis Hamburg ging alles gut, das Wetter war wieder schön, wir hatten bereits unsere Tochter angerufen, dass sie mit aufräumen beginnen kann, da riss mir der Kupplungszug..... . ... es hatte sich schon angedeutet, die letzten Kilometer hatte ich schon immer ein Knacken beim Ziehen des Kupplungshebels verspürt. Aber der Kupplungszug hatte sich entschieden, nicht bis zuhause durchhalten zu wollen. Mein halbstündiger Reparaturversuch scheiterte, da ich nichts mehr hatte, um einen Ersatnippel anzusetzen...... also dann eben ohne Kupplungszug! Wenn man das Anfahren über Anlasser und das Anhalten mit Kill-Schalter erstmal raus hat und nicht jede rote Ampel wörtlich nimmt, kommt man ganz ordentlich vorwärts. Angesichts dieser erschwerten Umstände haben wir uns dann aber entschieden, die letzten rund 90 km bis nach Hause doch über die Autobahn zu fahren.

Auf dem Stück Autobahn hab ich dann noch mal ein bisschen Öl verbrannt, konnte ich mir aber auch leisten, weil die GS'en die letzten über 2000 km so gut wie kein Öl verbraten hatten.

Gegen 19:00 Uhr waren wir dann zuhause und stellten fest:

Es war ein schöner und ereignisreicher Urlaub!

 

Leider bekamen wir dann noch am selben Abend einen traurigen Anruf. Einer der vier Biker aus Neumünster, mit denen wir zusammen im BH 29 Bikerweihnachten gefeiert hatten, ist auf der Heimreise in einer Linkskurve frontal in ein entgegenkommendes Fahrzeug geknallt. Er hat es leider nicht überlebt!

Wer den Reisebericht scheiße findet, kann es für sich behalten..... habe ja keinen gezwungen, ihn zu lesen!

Aber ich denke, für den einen oder anderen könnte er auch als Anregung ftir zuküftige Touren dienen.

 

Gruss

Carola & Olli

IG-Nord

 

 

 

 

 

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