Mario

Erstinfektion

Mit der Einladung zu einer Geburtstagsparty, irgendwann 1974, fing alles an auf

der Party machte ich die Bekanntschaft mit einem Mofa, Zündapp Typ 442, Erstinfektion.

Einstieg in die Schnapsglasklasse

 

Die Mofaphase hielt ungefähr ein Jahr an. Dann gelüstete es mich nach etwas schnellerem, größerem und leider auch teurerem. Gefolgt wurde das Mofa von einer Zündapp Sport Combinette im typischen 60er Jahre Motorradbarock, ein Frontschutzblech dessen Material gereicht hätte um einen Benzintank herzustellen.

Hier hatten sich die Kollegen einen Scherz erlaubt und unsere

Buchhalterin Frau Meyer in meine Klamotten gesteckt, der Langhaarige Zottel

der die Zündapp festhält bin ich.

Die Sport Combinette wurde immer wieder umgebaut, ergänzt, usw. letztendlich kam dabei eine KS 50 Super Sport raus, die sich zum Dreitakter entwickelte ansaugen, arbeiten, klemmen.

Als Ersatz wurde dann eine Honda Dax gefahren, das war der erste Kontakt zu einem Viertakter. Mal was anderes, nur so’n büschn lütt für mich.

Nachdem mir die Zündapp auch noch gestohlen wurde musste ich mir eine neue Maschine suchen, meine Wahl fiel auf eine Maico M 250 B.

 

Zwar war ich schon 18 Jahre alt, als ich das olle Kommissmoped kaufte, nur fehlte mir die Kohle für den Führerschein, also wurde das Olivmoped verkauft

Statt dessen legte ich mir ein Gefährt zu von dem ich, bis ich es gekauft habe, nicht einmal wusste das so etwas serienmäßig hergestellt wird, einen Fantic Chopper mit 50ccm

Ein echter Eye Cacher dessen Endgeschwindigkeit bei 80 Km/h erreicht war.

( Die Fotos wurden mir freundlicherweise von Monsieur Henrion Philippe zur Verfügung gestellt )

 

Die letzte im Reigen der Fünfziger war, genau genommen, die aller erste.

Es war die Kreidler Florett meines Vaters, er hatte sich dieses Mokick Ende der Sechziger als günstiges Neufahrzeug gekauft, um auf kurzen Strecken nicht auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein.

Auf dem Bild schaue ich ziemlich missmutig aus da ich natürlich, statt meines Bruders, „vorne“ sitzen wollte.

Das Bild entstand kurz nach dem Kauf der Kreidler irgendwann Ende der 60 er.

Love at first sight

 

Nach Beenden der Lehre kam die Einberufung zur Bundeswehr und da ich sowieso nichts anderes vorhatte, blieb ich etwas länger da.

Dies hatte einen großen Vorteil, es gab endlich etwas mehr Geld.

Nachdem der Führerschein bestanden war ging’s auf die Suche.

Im Ausstellungsraum des örtlichen Motorradhändlers standen etliche Modelle der verschiedensten Hersteller herum, unter anderem auch eine schwarze Suzuki GS 550 E, in sehr gutem Zustand. Aus irgendwelchen Gründen versuchte der Verkäufer mir andere Modelle schmackhaft zu machen, ohne Erfolg, diese oder keine.

So wurde ich stolzer Besitzer einer GS 550 E. Ich hatte vor dieser Maschine einen solchen Respekt das mir nicht einmal im Ansatz Gedanken kamen dieses Motorrad umzubauen, so perfekt erschien es mir.

Genau so ein Modell nannte ich nun mein eigen

 

Der Respekt vor dem perfekten Bike war nach einiger Zeit etwas weniger geworden und ich hatte ihr eine Dreiviertel Verkleidung von Wekam und Tomaselli Stummellenker verpasst.

 

Irgendwann wurde es mir mit der Verkleidung und den Stummellenkern dann doch zu unbequem und ich hab sie wieder abgebaut und verkauft. Die sprichwörtliche Zuverlässigkeit der GS Motoren traf auch bei meiner Suse zu.

 

Trotzdem wollte ich mal etwas anderes fahren die Suze wurde verkauft und machte Platz für eine Honda XL 500.

Irgendwann war mir diese Geländemaschine einfach über, die Sitzposition gefiel mir nicht und dass das herumgedüse im Gelände machte auch keinen Spaß mehr, außerdem war die Maschine für zwei Personen einfach zu klein. Die Folge war, das ich die XL verkaufte. Nun hatte ich für ein paar Monate überhaupt kein motorisiertes Zweirad mehr, ein Zustand den ich seit acht Jahren nicht mehr kannte.

Dieser Zustand hielt aber wirklich nur ein paar Monate an.

Gefolgt wurde die Honda XL von einer weitern Honda einer CB 750 F2 SOHC

Mit dieser Honda habe ich dann auch das erste Mal eine Geschwindigkeit im dreistelligen Bereich erreicht bei der an erster Stelle eine „2“ stand.

Und wie das dann so ist, man ist jung mietet sich ein Haus mit Garten, hat ein Auto und hat weniger Geld als man glaubt. Also muss irgendetwas verkauft werden, natürlich war es die Honda.

Mario ohne Motorrad geht gar nicht. Beim durchsuchen der üblichen Anzeigeblätter stieß ich auf eine Annonce in der eine Maico M250B in Teilen angeboten wurde, Preis 300,-DM. Angerufen und abgeholt.

Die Maschine war innerhalb eines Monats nicht nur zusammengebaut, sondern sie war umlackiert und zugelassen. Der Rahmen, Vorderradgabel und Lampe waren schwarz und der Tank und Seitendeckel Mitternachtsblau, die Sitzbank hatte ich in grau neu beziehen lassen.

Wieder mal eine GS

 

Die Maico war mal wieder eine nette Erfahrung mit einem Zweitakter mehr nicht also wurde sie mit Gewinn verkauft. Zwei Wochen nach dem Verkauf der Maico war ich wieder mal Besitzer einer GS.

Zwar nur eine GS 400, aber immerhin.

Die GS hab ich in einem erbärmlichen Zustand gekauft sie wurde wiederhergerichtet getüvt und mit Gewinn wiederverkauft. Denn in der Zwischenzeit hatte ich ein Angebot bekommen das ich einfach nicht ausschlagen konnte. Eine Honda CB 750 Four K Bj. 71. Neben der Z900 und der GS 750 war dies das Traummotorrad meiner Jugend gewesen, ich konnte einfach nicht nein sagen.

So sah die CB 750 zum Zeitpunkt der Wiederzulassung aus. Tja Basti, die Haltung ist schon richtig, nur sind die Beine noch etwas zu kurz.

 

Nach einem Unfall bei dem ich zum Glück nur Prellungen davongetragen habe wurde die Honda verkauft und für die nächsten sechs Jahre stand kein motorisiertes Zweirad vor meiner Tür.

Die Honda am Abend des Verkaufs.

 

 

Die Reinfektion

 

Im Sommerurlaub 2000 gingen mir eine Menge Dinge durch den Kopf, du hattest damals eine Gitarre, du hattest damals ein Motorrad, ein Motorrad, ein MOTORRAD. Durch die Neuorientierung im Beruf hatte ich dies die ganzen Jahre in den Hintergrund gestellt, jetzt da ich mich in etwas ruhigeren Fahrwasser befand kam auch der Wunsch nach einem Motorrad wieder hoch.

Da ich mit der 750er Klasse und der Modellreihe GS gute Erfahrung gemacht hatte, machte ich mich auf die Suche nach einer GS 750, aber entweder waren die angebotenen GS zu teuer oder zu verbaut.

Statt dessen stieß ich auf eine GS 850 G.

So stand sie Ende Dezember 2000 bei ihrem Vorbesitzer, entsprach nicht unbedingt meinem Geschmack aber sie sprang an, zwar nicht gleich aber immerhin, fuhr, bremste einigermaßen und war etwas völlig neues für mich, sie hatte einen Kardanantrieb.

Wenn ich damals gewusst hätte was mich erwartet, hätte ich es wahrscheinlich gelassen, zum Glück wusste ich es nicht.

Also wechselte das gute Stück für 1000,- DM ihren Besitzer.

Im folgenden Winter hatte ich genug Zeit um mir zu überlegen womit ich das Gelb von John Deree ( das sind Traktoren ) austauschen sollte. Ich entschied mich für ein helles, freundliches Schwarz. Besonders gefiel mir die Variante mit den Silbergrau unterlegten blauen Streifen.

Eins stand allerdings schon beim Kauf fest, dass erste Teil welches ausgetauscht wird, ist die Sitzbank, ich hegte nämlich den Verdacht, dass ich von der Farbe Pickel am Po bekäme.

Im Frühjahr ging’s dann mit der Restaurierung los, ich hatte mir inzwischen über ein Internet Aktionshaus eine Sitzbank ersteigert und diese auch selbst in der Nähe von Bremen abgeholt eine Entscheidung die sich als goldrichtig herausstellte. Der Verkäufer stand kurz vor einem Umzug und brauchte Platz, wir kamen ins Gespräch und er fragte ob ich noch mehr Teile bräuchte, klar brauchte ich noch mehr Teile, der Rundgang in seiner Scheune war wie im Schlaraffenland. Zwei Waschkörbe voll mit allen möglichen Teilen waren das Ergebnis. Ausgestattet mit einem recht großen Fundus an Teilen ging’s dann richtig los. Die Fußrastenanlage auf der zwar der Name Raask eingeschlagen war aber von der ich glaube das sie die Firma Raask nie gesehen hat wurde mit original Fußrasten ausgetauscht. Das Heckbürzel wurde von den Kawasaki Blinkern befreit, die Bohrungen an denen die Blinker befestigt waren wurden gespachtelt und mit den anderen Teilen zum lackieren gebracht ( hier noch mal ein Dankeschön an Onkel Achim ).

Zwischenzeitlich machte ich mich an die Streifen ran, ich entschied mich diese aus Plotterfolie selbst herzustellen.

Die Lampenverkleidung, sie stammte übrigens von einer Herkules Ultra, wanderte auf den Sperrmüll.

Der Kabelbaum wurde weitgehend erneuert und die Pflaster/- und Lüsterklemmenverbindungen mit Steckerverbindungen getauscht. Die schwarze Farbe am Motor habe ich mit Messingbürsten und 1000er Stahlwolle zum großen Teil entfernt, dies ist allerdings nicht der endgültige Stand irgendwann muss der Rest Farbe mit einem Glasstrahler entfernt werden, aber das hat noch Zeit.

Fast zwei Jahre Arbeit stecken in dieser Maschine, ohne Garage, nur auf dem Parkplatz.

 

So sah meine Suzi im August 2003 aus, mittlerweile sind die Marzocchi Dämpfer, die übrigens auch von der Herkules stammten, gegen original Dämpfer ausgetauscht worden. Die BSM Auspuffanlage habe ich nicht abgebaut allerdings ein bisschen geliftet, die Adapter hierfür hat mir ein guter Bekannter aus Edelstahlrohren gedreht (Danke an Ralf).

Dann war da noch die Zündanlage, die Impulsgeber waren von irgend einem anderen Motorrad eingebaut worden und hatten einen Abstand von fast 3 mm zum Nocken kein Wunder das die Maschine schlecht ansprang, diese wurden mit Impulsgebern einer GSX getauscht, jetzt reicht ein scharfes hingucken und der Motor springt an.

 

Die Suzuki IG Nord

 

Mit den modernern Medien wie z.B. Internet ist die Welt zu einem Dorf geworden. Ich hatte mir eine Rickman MK II Verkleidung gekauft und wollte diese zu einer Tourenverkleidung umbauen, im Rickmann Forum hatte ich eine Anfrage gestellt ob jemand damit schon mal Erfahrung gesammelt hatte. Die einzige Antwort die ich bekam, kam von einem gewissen Brexi vonne Küste der mir zwar nicht weiterhelfen konnte aber der, der erste Kontakt zur IG-Nord war. Fast zeitgleich meldete sich ein gewisser Olli der meinen Beitrag auf Michaels GS-Seite gelesen hatte und seinen Beitrag auf der selben Seite eingestellt hatte.

Danach ging es Schlag auf Schlag, durch Brexi erfuhr ich von der Existenz der IG-Nord und dem jährlichen Suzuki-GS Treffen. Da ich in Schleswig-Holstein wohne und ich einen Haufen Fragen über die IG-Nord hatte, gab Brexi mir den Hinweis mich an Hubi zu wenden so lernte ich das zweite Mitglied der IG-Nord kennen. Dachte ich eben noch ich würde ein total exotisches Motorrad fahren, wurde ich flugs eines besseren belehrt. In der IG-Nord dominieren die Kardan Modelle. Das einzig exotische an meiner Suse war der Zustand, die anderen GS waren weitaus professioneller restauriert als meine. Im März 2005 fand die Vorbesprechung für das GS Treffen 2005 in Drangstedt, bei Werner in Bremen statt. Ich war mit Andy, dem zweiten IG-Nord Mitglied das ich persönlich traf, nach Bremen gefahren und sie waren alle da Brexi, Beate, Hubi, Sylvi, Werner, Anke, Dietmar, Olli und Carola, Andy und Dirk.

So sah meine GS 850 im Mai 2007 aus.

 

The beat goes on

 

Mittlerweile haben sich zu meiner “schiefen Liese” noch weitere GS’n gesellt.

Da wäre mein Chopperumbau auf Basis einer GS 850 G.

und meine zweite GS 850 G die ich als Ausweichmotorrad während der zweiten Restaurierung der „schiefen Liese“ fahre.

Hier hat sich schon einiges getan.

 

Parallel restauriere ich derzeit mal wieder eine Honda CB 750 K2 und als Zukunftsprojekt steht da noch eine GS 550 Red Suzi, also langweilig wird es bei mir nie

 

OFFIZIELLES PATCH DER IG-NORD
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© Olli Schwab